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Christls Trachtenstrickereien – echte Handarbeit aus dem boarischen Oberland

Die Christl ist eine Institution in den Höfen des Markus Wasmeier Freilichtmuseums. Bis Ende letzten Jahres hat sie dort im Brotverkauf gearbeitet und nebenher Trachtenstrümpfe und Kinderwesten gestrickt. Das altbayerische Dorf ist ein belebtes Dorf, sodass die Besucher dort verschiedene Handwerke sowie das Landleben, wie es einst war, kennenlernen können. Christl hatte im Museum ein breites Publikum, das ihre Strickkunst bewunderte. Selbstverständlich strickt sie auch heute noch und bietet ihre Kinderstrickwesten und Trachtenstrümpfe für Männer, wie in den Jahren zuvor auch, weiterhin auf den verschiedenen Märkten sowie natürlich auf dem Weihnachtsmarktl im Freilichtmuseum an.

Das Handarbeiten hat die Christl in ihrer Schulzeit in Birkenstein von den Schwestern gelernt und ihre Mama hat ihr dann den Musterstrick für Trachten beigebracht.

Zur kurzen Lederhosn gehören übrigens Trachtenstrümpfe mit Umschlag und für Bundhosen gibtʼs extra Bundhosenstrümpfe, die bis unter den Bund der Bundhose gesteckt gehören. Auf Trachtenstrümpfe für Männer hat sich Christl spezialisiert, weil ihr Mann Musikant war und viele seiner Musikerkollegen Strümpfe von ihr „ergattern“ wollten, die nicht so teuer waren wie im Geschäft. Selbst für einzelne Mitarbeiter des „Spaten–Bräu“ in München hat Christl Strümpfe gestrickt.

Im Oberland trägt man übrigens i. d. R. graue Umschlagstrümpfe, weil hier auch die Joppen traditionell grau sind.

Auf die Frage, wie viel Zeit Christl für das Stricken von einem Paar Strümpfen benötigt, klärt sie mich darüber auf, dass das natürlich vom Muster und der Größe abhängt. Im Durchschnitt benötigt sie bei drei Stunden Stricken am Tag etwa 14 Tage bis drei Wochen. Der Preis hängt von der Fußgröße ab. Im Schnitt kostet ein Paar Trachtenstrümpfe mit Umschlag 125,- Euro. Die Westen für die Buben und Mädels gibtʼs ab null bis etwa zehn Jahren. Sie kosten zwischen 15,- und 45,- Euro. Christl verwendet dafür Schafwolle, Schurwolle und gemischte Wolle.

Selbst Tusnelda, mein Schaf, war begeistert von der Strickweste und wollte sie gar nicht mehr hergeben 😉 … Aber die Weste ist bereits reserviert für ein kleines Mädl, das nächste Woche das Licht der Welt erblicken wird.

Ein Tipp von Christl: Waschen Sie nicht jedes Mal den Strumpf im Ganzen, tauchen Sie den Teil mit dem Muster relativ selten in die Seifenlauge. Waschen Sie stattdessen nur den Fuß. So haben Sie länger Freude an den gestrickten Kunstwerken.

Sie können gern persönlich Kontakt zu Christl Sterr aufnehmen, indem Sie sie auf den Märkten (siehe Veranstaltungskalender) im Markus Wasmeier Freilichtmuseum besuchen oder sich an ulrike.mccarthy@schliersee.de wenden. Der nächste historische Handwerkermarkt findet übrigens am 14. und 15. Oktober 2017 im Markus Wasmeier Freilichtmuseum statt.

 

 

Markus Wasmeier Freilichtmuseum
Brunnbichl 5
83727 Schliersee-Neuhaus

Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag 10:00–17:00 Uhr

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Saisonstart im Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee

Am 01.04.2017 ist es wieder so weit: Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum öffnet seine Pforten!

Heutzutage spricht man überall von Achtsamkeit und Entschleunigung. Im Zeitalter von Handys, Pokemon und Co. ist es ein ganz ungewohntes Gefühl, in eine Welt wie vor mehreren Jahrhunderten einzutreten. Kaum lasse ich den Kassenbereich hinter mir, öffnet sich mir die Pforte zu einem Landleben, wie es vor ca. 300 Jahren einmal war. Damals war nicht alles besser, beileibe nicht, viele der alltäglichen Verrichtungen waren mit großen Mühen verbunden. Der Bauer mähte die Wiesen mit der Sense, das Heu wurde von Hand mit dem Rechen zusammengetragen und gewendet oder auf Heumanderln zum Trockenen aufgehängt. Die geschorene Wolle wurde gesäubert, gewaschen, kardiert und am Schluss zu Garn gesponnen, mit welchem die Leiberln gestrickt werden konnten. Das war eine Aufgabe der Frauen und Kinder. Man konnte nicht einfach in den nächsten Supermarkt gehen und sich, worauf man auch immer man gerade Appetit hat, kaufen. Es gab nur das, was angebaut wurde, und das Fleisch der Tiere, welche sich der Bauer hielt. Die Männer arbeiteten hart auf dem Feld und im Holz, während die Frauen sich um den Haushalt und Gemüsegarten kümmerten und viel Zeit in der Rauchkuchl verbrachten, da sie das offene Feuer, auf dem in großen Kesseln gekocht wurde, nicht ausgehen lassen durften. All dies und noch viel mehr kann im altbayerischen Dorf entdeckt werden.

In der historischen Schöpfbrauerei wird unter der Aufsicht von Olaf Bier wie vor 500 Jahren gebraut. Wenn Sie einen der Bierbraukurse besuchen, können Sie sich selbst zum „Braugehilfen“ ausbilden lassen. Es ist anstrengend, aber es macht in der Gruppe einen Riesenspaß, und am Schluss dürfen Sie Ihrem Bier einen Namen geben.

Außerdem kann man den Hofbetreuern bei den täglich anfallenden Arbeiten zusehen, wie z. B. dem Schüren von Feuer, Filzen, Buttern, Ausmisten des Stalls. Ja, natürlich gibt es auch einen Stall für die Enten, Gänse, Hühner und Schafe, welche frei zwischen den Häusern oder auf den umliegenden Wiesen herumlaufen. Je nach Jahreszeit gibt es auch Kühe und Bergziegen und nicht zu vergessen die Bienen in einem wunderschön von Günther Wasmeier angemalten Bienenhaus.

Alte Handwerksberufe wie das Schreinerhandwerk, das Schnapsbrennen, die Schusterei, das Schindelmachen oder das Weben werden gezeigt. Bitte schauen Sie hierzu im Veranstaltungsprogramm nach, an welchen Tagen es welche Veranstaltungen gibt.

 

Ein paar der vielen Highlights möchte ich ganz besonders hervorheben:

Außerdem gibt es natürlich Museums- und Kräuterführungen sowie jeden 1. Sonntag im Monat das unvergleichliche Develey-Weißwurstfrühstück.

Um noch mal aufs Entschleunigen zurückzukommen: Nutzen Sie die Zeit und setzen sich auf eine der vielen behaglichen Bänke rund um die Höfe oder auf die Wiese und genießen einfach mal den Ausblick auf die Berge und die Ruhe ohne Verkehrslärm, Handy, Radio etc. Für mich ist die Zeit hier immer wie „Balsam für die Seele“.

Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee
Brunnbichl 5
D-83727 Schliersee/Neuhaus
Telefon: +49 (0) 8026 – 92922-0
Telefax: +49 (0) 8026 – 92922-29
E-Mail: office@wasmeier.de

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag
von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Montag Ruhetag (außer an Feiertagen)
1. April bis zum ersten Sonntag im November

Übrigens: Mit der neuen elektronischen Gästekarte haben sie im April und Mai 2017 freien Eintritt ins Markus Wasmeier Freilichtmuseum. 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Spannende Erlebnisse im Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee

Kasalm Markus Wasmeier Freilichtmuseum

Neu ist der „Wahlkaser von der Gotzenalm“ aus dem Berchtesgadener Land. 2015 wurde die historische Alm vor dem Abriss bewahrt und in das altbayrische Dorf von Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier transportiert.

Dass Kühe nicht lila sind und keine Schokolade geben, lernt man spätestens nach einem Besuch im Markus Wasmeier Freilichtmuseum in Schliersee. Am 1. April 2016 öffnet das altbayrische Dorf wieder seine Pforten und startet mit einem abwechslungsreichen Programm in die neue Saison. Auf rund 60 000 Quadratmetern erhalten Besucher interessante und spannende Einblicke in das bäuerliche Leben des 17. und 18. Jahrhunderts.

Im Bauerhofmuseum im Ortsteil Neuhaus ist von April bis Dezember ein buntes Programm geboten. Zahlreiche Handwerker präsentieren ihre Fertigkeiten: Bierbrauer, Drechsler, Töpfer, Schuster, Schindlmacher und viele andere. Neben informativen Ausstellungen finden fast täglich Veranstaltungen verschiedenster Art statt – rund ums Thema Brauchtum und Tradition. Wer sich für Tracht und Handwerk interessiert, für den ist ein Besuch des Trachten- und Handwerkermarktes vom 23. bis 24. April 2016 empfehlenswert. Hier treffen sich unter anderem Hutmacher und Goldsticker, Gamsbartbinder und Trachtenschneider, um ihre Kunst vorzuführen. Eine Gaudi wird sicherlich das „Seifenkisten-Gaudi-Rennen“ am Vatertag, den 5. Mai 2016. Nicht nur Väter sind willkommen! Wer’s lieber etwas weniger rasant mag, der ist beim Tag des Volkstanzes am 26. Juni 2016 gut aufgehoben. Katharina Mayer, Tanzmeisterin des legendären Münchner „Kocherlballs“, führt auch notorische Nichttänzer in die Geheimnisse des bayerischen Volkstanzes ein. Für die richtige „Musi“ sorgen die Dellnhauser Musikanten aus der Hallertau.

Bayerisches Musikantentreffen

16. und 17. Juli 2016 Bayerisches Musikantentreffen im Markus Wasmeier Freilichtmuseum

Dass bayerisches Brauchtum eng mit Musik verknüpft ist, erfahren Besucher des Bayerischen Musikantentreffens im Juli. Was gibt es Schöneres, als bei einer Brotzeit im Biergarten vom Hacker-Pschorr Wirtshaus „Zum Wofen“ echter bayerischer Volksmusik zu lauschen? Am 16. und 17. Juli 2016 treffen sich dort Sänger und Musikanten aus ganz Bayern und geben ihr Können zum Besten.

„Schottenrock trifft Lederhos‘n“ heißt es im altbayrischen Museumsdorf am Sonntag, den 4. September 2016. Kräftige Damen und Herren aus ganz Deutschland messen in diesem Jahr zum sechsten Mal ihre Kräfte bei den „Highland Games Schliersee“, beispielsweise beim „Caber Tossing“, zu Deutsch: Baumstammwerfen.

kinderkegeln

30. Oktober 2016 Schlierseer Kinderkulturherbst. Historische Kinderspiel wie vor 100 Jahren.

Am 30. Oktober 2016 stehen dann die kleinen Besucher im Mittelpunkt: Beim Schlierseer Kinderkulturherbst lernen sie Kinderspiele von vor hundert Jahren, ganz ohne Play Station und Smartphone. Und das Beste ist: Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre haben an diesem Tag freien Eintritt.

Nach einem erlebnisreichen Sommer geht es zum Jahresende stimmungsvoll und besinnlich in die Vorweihnachtszeit. Das „Wasmeier Weihnachtsmarktl“ vom 9. bis 11. Dezember 2016 zählt zu den schönsten Christkindlmärkten in Oberbayern. Über 35 Aussteller präsentieren stilvolles Kunsthandwerk und besondere Schmankerl. Und wenn der Schnee leise vom Himmel rieselt und die historischen Gebäude vom Kerzenschein erleuchtet werden, fühlt man sich fast wie anno dazumal.

Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee. Geöffnet von 01. April 2016 bis 06. November 2016 jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Mo. Ruhetag (außer an Feiertagen). Sonderöffnungszeiten, Eintrittspreise und alle weiteren Informationen rund ums Freilichtmuseum und zu den Veranstaltungen gibt‘s unter www.wasmeier.de. Der Bahnhof Fischhausen-Neuhaus ist nur 3 Gehminuten vom Freilichtmuseum entfernt.

Unser Tipp für den perfekten Tag in Schliersee: Das Tageserlebnis-Ticket zum Preis von 10,90 Euro. Im Ticket enthalten ist ein Eintritt in das Markus Wasmeier Freilichtmuseum sowie in die SLYRS Bavarian Single Malt Whisky Destillerie. Mehr Infos unter  www.tageserlebnis-ticket. de

Katharina Fitz Katharina Fitz

Wohnhaft in Warngau, geboren in Tegernsee, aber dem Schliersee herzlich zugetan. Zweifache Mama und als freiberufliche Redakteurin, Sprecherin und Schauspielerin viel unterwegs. Steckenpferde: Kunst und Kultur, Natur (vor allem Bäume) und Schuhe!