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Winterspaziergang am Schliersee – eine Fotosafari

Nicht nur das Skifahren ist wunderschön hier bei uns im Mangfallgebirge, auch ein Spaziergang am Schliersee entlang und durch den idyllischen, kleinen Ort birgt seine ganz eigenen Reize. Besonders in der sogenannten blauen Stunde, wenn die Berge hinter dem aufziehenden Nebel versinken, kommt eine romantische, ja fast schon mystische Stimmung auf. Die Enten nutzen die letzten Sonnenstrahlen in der kalten Winterluft, um sich zu wärmen, und drehen ihre letzten Runden …

Lassen Sie sich einfach mal treiben, genießen Sie die Stille und die würzige Winterluft. Gönnen Sie sich einen Kaffee oder eine heiße Schokolade mit einem echt bayerischen Kaiserschmarrn mit gerösteten, karamellisierten Mandeln. Vielleicht haben Sie nach dem Spaziergang Lust auf ein bisschen Entspannung im monte mare mit Schwimmen, Sauna und Massagen. Einfach mal tun, was der Seele guttut …

Dazu muss nicht einmal immer die Sonne scheinen. Packen Sie sich warm ein. Ziehen Sie warme Winterstiefel an und ziehen Sie los. Sie werden erleben, was Ihnen ein Tag der Entschleunigung an Wohlgefühl bescheren kann.

 

Es muss nicht immer Skifahren sein.

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Fotoausflug mit Hunden in die Valepp

Trübes Wetter, sechs Grad Temperatur ‒ was kann man da unternehmen? Vielleicht in die Vitaltherme oder in ein Museum?

Als Hundeherrchen stellt sich die Frage nicht, natürlich geht es raus in die Natur, meinezwei Labradore wollen sich bewegen! Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung …

Wir fahren hinauf zum Spitzingsee und wollen uns von dort in die Valepp begeben. Meine Kamera ist sowieso immer dabei, damit ich, wenn sich ein schönes Motiv zeigt, nicht vor der Situation stehe: Hätte ich nur meine Kamera dabei!

Postkartenfotos werde ich heute wohl eher nicht hinbekommen; wolkenverhangene Berge und eine weitgehend graue Landschaft nach dem Winter sind da nicht die besten Voraussetzungen ‒ Zeit, ins Detail zu gehen. Bei genauem Hinsehen entdeckt man, wie die ersten Blütenstände vom Pestwurz aus der Erde kommen, das Gras streckt seine grünen Sprösslinge durch die verdorrten Überreste vom Vorjahr und vieles mehr.

Mit den Hunden habe ich ohnehin immer ein lebendiges Motiv dabei, und wenn die Natur nicht viele Farben zu bieten hat, dann mache ich eben grafisch interessante Schwarzweiß-Aufnahmen.

Meine Ausrüstung besteht heute aus der Canon EOS 5D Mark III und dem 50 mm 1,4 Normalobjektiv, also kein Zoom, kein Weitwinkel, kein Tele, einfach nur der Blickwinkel, der sich ungefähr unserem Auge bietet. Diese Reduktion auf das Wesentliche hat seinen eigenen fotografischen Reiz ‒ ich bin gezwungen, mir über den geeigneten Bildausschnitt mehr Gedanken zu machen und mich auch mal zu Fuß in die richtige Position zu begeben.

Die Ausrüstung spielt aber eigentlich gar keine so große Rolle, auch mit einfachen Kameras und mittlerweile sogar mit dem Handy lassen sich schöne Fotos machen. Wenn man den Blick auch mal von den plakativen Motiven weglenkt und sich genauer umsieht, kommen spannende Aufnahmen heraus, egal bei welchem Wetter.

Ich habe heute vorwiegend mit geöffneter Blende 1,4 bis 2,8 fotografiert. Man erhält so nur einen kleinen Bereich des Bildes, der wirklich scharf ist, lenkt aber den Blick auf das Wesentliche.

Wir begeben uns vom Parkplatz am Spitzingsee auf den Fußweg Richtung Valepp. Den Hunden ist das Wetter egal, es gibt viel zu schnuppern und zu erkunden. 200 Meter, nachdem wir an der Klausenhütte links abgebogen sind, öffnet sich vor den Augen die Valepp mit ihren Almen ‒ immer wieder ein imposanter Blick! Heute sieht man die Berge halt nicht so gut, wir verharren immer wieder und suchen nach Motiven im Kleinen. Das ist übrigens gelebte Entschleunigung, ich glaube, den meisten Wanderern entgeht so manches liebenswerte Detail, wenn sie nur schnell von A nach B hetzen.

Arnie und PeeWee, so heißen meine beiden Foxred-Labradore, entdecken die allerletzten Schneefelder und jagen durch den Firn ‒ Hunde lieben Schnee einfach! (Uns Menschen ist es langsam ganz recht, wenn der Winter vorbei ist.)

Wir biegen direkt da, wo die Abfahrt vom Roßkopf den Berg herunterkommt, links ab und folgen dem kleinen Bachlauf. In kleinen Kaskaden fließt er Richtung Valepp, vereinzelt sind da auch Gumpen zu finden. Die Hunde stürzen sich in die Fluten, ich warte lieber noch sechs bis acht Wochen, bis die Temperatur nicht mehr ganz so arktisch ist.

Die kleinen Wasserfälle lichte ich in zwei verschiedenen Belichtungszeiten ab, einmal ganz kurz mit 1/1000 sec. einmal lang mit ¼ sec. Mit der kurzen Belichtungszeit friere ich die Bewegung des Wassers ein, mit der langen entsteht ein milchiger Fluss ‒ da muss jeder selbst entscheiden, was ihm besser gefällt.

Normal bräuchte ich für die lange Belichtungszeit ein Stativ, moderne Kameras haben allerdings Bildstabilisatoren eingebaut, sodass man es bei ruhiger Hand noch einigermaßen hinbekommt. Sehen tut man es allerdings, unweigerlich wackelt man immer etwas, auch mit ruhigen Chirurgenhänden.

Eine alte Holzbrücke kreuzt unseren Weg, der Zahn der Zeit hat seine Geschichten in das Holz geschrieben ‒ schon wieder tolle Ansichten und etwas Zeit zum Verweilen.

Es lohnt sich auch, sich die über die Valepp verteilten Almhütten genauer anzusehen, hier entdeckt man so manches interessante „alpenländische“ Motiv.

Über die Wiesen geht es zur Albert-Link-Hütte. Wer mag, kann sich hier von der anstrengenden Fotografiererei erholen und sich stärken. Über die Teerstraße geht es dann wieder hinauf zum Spitzingsee, den wir nach zehn leichten Minuten bergauf wieder erreichen. Ich denke, ich habe einige ganz spannende Bilder im Kasten!

Es lohnt sich, nicht nur die Szenen abzulichten, die schon Tausende vor einem in mehr oder minder guter Qualität fotografiert haben, sondern gerade an Tagen mit Schmuddelwetter kann man, auch durch die weniger ausgeprägten Lichtkontraste, sein fotografisches Auge schulen.

Es lohnt sich übrigens genauso, die Fotos nicht in Rekordzeit durchzuklicken, sondern auch hier etwas zu verweilen und zu schauen 🙂

Zur Wanderung: Entfernung 3-4 km, leichtes Gelände, festes Schuhwerk empfehlenswert

Dauer: je nachdem, bei wie vielen Motiven man stehen bleibt, 45 Min. bis 1 ½ Stunden

Man kann den Weg an der Valepp auch bis zum Blecksteinhaus weitergehen und dann auf dem Rückweg auf den Wiesen am Fluss neben der Teerstraße nach weiteren Motiven Ausschau halten; die Route beträgt dann 5-6 km

 

 

Jens Pohl Jens Pohl

Jens Pohl ist selbstständiger Tierarzt in der Kleintierpraxis Hausham. In seiner Freizeit ist er viel mit seinen beiden Foxred-Labradoren PeeWee und Arnie in der heimischen Natur unterwegs, die Kamera ist immer dabei. Er ist Mitglied im Tennisclub Schliersee, im Fischereiverein Schliersee und in der Skizunft Neuhaus. Viele seiner Bilder sind auf seinem Blog SEHSTÄRKE bei Facebook zu sehen.

 

 

 

Saisonstart im Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee

Am 01.04.2017 ist es wieder so weit: Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum öffnet seine Pforten!

Heutzutage spricht man überall von Achtsamkeit und Entschleunigung. Im Zeitalter von Handys, Pokemon und Co. ist es ein ganz ungewohntes Gefühl, in eine Welt wie vor mehreren Jahrhunderten einzutreten. Kaum lasse ich den Kassenbereich hinter mir, öffnet sich mir die Pforte zu einem Landleben, wie es vor ca. 300 Jahren einmal war. Damals war nicht alles besser, beileibe nicht, viele der alltäglichen Verrichtungen waren mit großen Mühen verbunden. Der Bauer mähte die Wiesen mit der Sense, das Heu wurde von Hand mit dem Rechen zusammengetragen und gewendet oder auf Heumanderln zum Trockenen aufgehängt. Die geschorene Wolle wurde gesäubert, gewaschen, kardiert und am Schluss zu Garn gesponnen, mit welchem die Leiberln gestrickt werden konnten. Das war eine Aufgabe der Frauen und Kinder. Man konnte nicht einfach in den nächsten Supermarkt gehen und sich, worauf man auch immer man gerade Appetit hat, kaufen. Es gab nur das, was angebaut wurde, und das Fleisch der Tiere, welche sich der Bauer hielt. Die Männer arbeiteten hart auf dem Feld und im Holz, während die Frauen sich um den Haushalt und Gemüsegarten kümmerten und viel Zeit in der Rauchkuchl verbrachten, da sie das offene Feuer, auf dem in großen Kesseln gekocht wurde, nicht ausgehen lassen durften. All dies und noch viel mehr kann im altbayerischen Dorf entdeckt werden.

In der historischen Schöpfbrauerei wird unter der Aufsicht von Olaf Bier wie vor 500 Jahren gebraut. Wenn Sie einen der Bierbraukurse besuchen, können Sie sich selbst zum „Braugehilfen“ ausbilden lassen. Es ist anstrengend, aber es macht in der Gruppe einen Riesenspaß, und am Schluss dürfen Sie Ihrem Bier einen Namen geben.

Außerdem kann man den Hofbetreuern bei den täglich anfallenden Arbeiten zusehen, wie z. B. dem Schüren von Feuer, Filzen, Buttern, Ausmisten des Stalls. Ja, natürlich gibt es auch einen Stall für die Enten, Gänse, Hühner und Schafe, welche frei zwischen den Häusern oder auf den umliegenden Wiesen herumlaufen. Je nach Jahreszeit gibt es auch Kühe und Bergziegen und nicht zu vergessen die Bienen in einem wunderschön von Günther Wasmeier angemalten Bienenhaus.

Alte Handwerksberufe wie das Schreinerhandwerk, das Schnapsbrennen, die Schusterei, das Schindelmachen oder das Weben werden gezeigt. Bitte schauen Sie hierzu im Veranstaltungsprogramm nach, an welchen Tagen es welche Veranstaltungen gibt.

 

Ein paar der vielen Highlights möchte ich ganz besonders hervorheben:

Außerdem gibt es natürlich Museums- und Kräuterführungen sowie jeden 1. Sonntag im Monat das unvergleichliche Develey-Weißwurstfrühstück.

Um noch mal aufs Entschleunigen zurückzukommen: Nutzen Sie die Zeit und setzen sich auf eine der vielen behaglichen Bänke rund um die Höfe oder auf die Wiese und genießen einfach mal den Ausblick auf die Berge und die Ruhe ohne Verkehrslärm, Handy, Radio etc. Für mich ist die Zeit hier immer wie „Balsam für die Seele“.

Markus Wasmeier Freilichtmuseum Schliersee
Brunnbichl 5
D-83727 Schliersee/Neuhaus
Telefon: +49 (0) 8026 – 92922-0
Telefax: +49 (0) 8026 – 92922-29
E-Mail: office@wasmeier.de

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag
von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Montag Ruhetag (außer an Feiertagen)
1. April bis zum ersten Sonntag im November

Übrigens: Mit der neuen elektronischen Gästekarte haben sie im April und Mai 2017 freien Eintritt ins Markus Wasmeier Freilichtmuseum. 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.

 

 

 

Abenteuerliche Mondscheinwanderung auf Schneeschuhen in der Valepp

Seit ich hier lebe, wollte ich immer schon mal das Schneeschuhwandern ausprobieren. Dabei bin ich auf den Wildnispädagogen Horst Jenicek der Firma „Wildpfade Erlebniswerkstatt“ gestoßen. Die Tour „Nachtwandeln auf Schneeschuhen“ weckt mein Interesse, und ein paar Nächte nach unserem Telefonat geht es bereits los …

Wir treffen uns im Arabella Alpenhotel in Spitzingsee. Stefanie und ich werden kurz in die Nutzung von Schneeschuhen eingewiesen, und dann laufen wir auch schon los Richtung Valepp ‒ ein Gebirgstal südlich des Spitzingsees. Sobald wir den Weg verlassen, schnallen wir die Schneeschuhe an und wandern zwischen den vereinzelten Almhütten hindurch. Es ist fast Vollmond, und so wie er durch die Wolken scheint, befinden wir uns in einem glitzernden Winter Wonderland. Man hört nur das Knirschen der Schneeschuhe auf der gefrorenen Schneedecke und das Rufen zweier Käuze. Wer weiß, was sie sich zu erzählen haben?

Horst ist sehr naturverbunden und teilt sein Wissen gerne mit uns. Im Mondlicht stoßen wir auf verschiedene Fährten und versuchen uns mithilfe der Stirnlampen als Fährtenleser. Welches Wild hat hier und dort die Lichtung überquert? In welche Richtung war es unterwegs, und lief es eher gemächlich oder schnell? Es ist spannend, und wir erfahren, woran man beispielsweise die Spuren von Rotwild, Dachsen und Füchsen unterscheiden kann. Alle drei Abdrücke sind uns auf unserem Weg begegnet. Horst ist es ein Anliegen, anderen Menschen die Natur durch intensive Erlebnisse wieder nahezubringen und deren Wahrnehmung bewusst auf das momentane Erleben zu richten. Wir bleiben immer wieder stehen, um die Geräusche wie das Rauschen des Wassers, das Knacken von Zweigen oder auch das vollständige Fehlen von Geräuschen auf uns wirken zu lassen. Ein Gefühl von Entschleunigung und Entspannung stellt sich bei uns ein, worüber wir sogar die Zeit vergessen und insgesamt fast vier Stunden unterwegs sind.

Stefanie und ich lernen in dieser Zeit viel über wichtige Techniken beim Bergauf- und Bergabgehen sowie beim Überqueren von Wasserläufen, welche durch Tauwasser entstehen und immer wieder unseren Weg kreuzen. Letzteres ist abenteuerlich, denn keiner von uns möchte sich auf einmal 50 cm tiefer im knöcheltiefen Wasser wiederfinden. Vorsichtig tasten wir uns mit den Schneeschuhen an die Ränder heran und treten sie fest, um an einer nicht zu breiten Stelle den Schritt über den Spalt im Schnee zu wagen.

Mitten im Nirgendwo auf einer Lichtung machen wir Rast, und uns offenbart sich ein atemberaubender Blick auf das Sonnwendjoch. Ein heißer Tee mit Ingwer stärkt uns für den Weg zurück. Beeindruckt von der Schönheit dieser Mondnacht, sind wir innerlich aufgewühlt von den vielfältigen Eindrücken und trotzdem gleichzeitig ruhig und entspannt. Wir laufen über eine im Sommer nicht begehbare Feuchtwiese zwischen Wald und Bachläufen vorbei an der Albert-Link-Hütte wieder zurück bis nach Spitzingsee. Kurz bevor wir das Hotel erreichen, sehen wir noch einen Fuchs den zugefrorenen See überqueren.

Für mich und Stefanie war es ein unvergessliches Erlebnis. Und obwohl es für mich zugegebenermaßen auch anstrengend war, habe ich sowohl einen neuen Sport als auch eine neue Leidenschaft entdeckt. Es war also sicher nicht das letzte Mal, dass ich auf Schneeschuhen unsere wunderbare Natur hier im Spitzingseegebiet erkundet habe.

„Schaffen wir es, bewusst mit der Natur zu leben, werden wir spüren, welchen Einfluss sie auf unser Leben und Wohlbefinden hat.“ Diesen Satz habe ich auf der Homepage von Horst Jenicek gefunden. Und ich finde, er hat durchaus seine Berechtigung.

Wildpfade Erlebniswerkstatt
Horst Jenicek
Tratberg 19
83734 Hausham

Tel.: +49 (0) 8026 92889 45 oder +49 (0) 172 600 5358
E-Mail info@wildpfade.eu.
Homepage: http://www.wildpfade.eu

 

 

Ulrike Mc Carthy Ulrike Mc Carthy

Geborene Münchnerin und seit vielen Jahren begeisterte „Wahl-Schlierseerin“ Personaldiagnostikerin, Trainerin, Seminarleiterin, Hypno- und Gesprächstherapeutin, Hofbetreuerin im altbayerischen Dorf und vor allem Hobby-Fotografin.