Beiträge

Schlierseer Apfelsaft – Apfelsaftpressen mit Schlierseer Kindern

22 Kinder der Nachmittagsbetreuung der Grund- und Mittelschule Schliersee wurden vergangene Woche vom Rathaus eingeladen, die Äpfel des Schlierseer Dorfangers zu pflücken und dann zusammen zur Presse nach Gotzing zu fahren, um zu sehen, wie aus dem Apfel letztendlich Apfelsaft wird. Reiner Pertl (Gemeindegärtner und Schlierseer Baumwart) erklärte den Kindern, dass diese Äpfel, auch wenn sie anders aussehen als im Supermarkt, genauso gut oder sogar besser schmecken. Sofort wurde fleißig probiert, geschmatzt und gekaut. Jürgen Höltschl (stellvertretender Vorsitzender des Gartenbauvereins Schliersee) kletterte mit der Leiter auf den Baum und schüttelte kräftig. Mit lautem Getöse und gleichzeitigem aufgeregten Kindergeschrei fielen die Äpfel vom Baum. Jetzt ging es ans Aufsammeln. Fleißig suchten die Kinder die Äpfel im Gras. Da Reiner darauf hingewiesen hatte, dass keine faulen Äpfel in den Korb dürften, damit der Saft auch gut schmecke, wurden diese genau begutachtet. Als alle Äpfel aufgesammelt waren, gab es für jedes Kind als Belohnung eine Birne – vom einzigen Birnbaum auf dem Dorfanger. Dann setzten sich die Kinder zu den Obstkisten. Reiner wollte nun wissen, ob die Kinder ein Gefühl dafür haben, wie viele Äpfel wie viel Saft ergeben. „Wie viel Saft wird denn nun aus unseren gesammelten Äpfeln?“, fragte er in die Runde. Die Schätzungen lagen bei 20 bis 130 Litern. Mit dem Bus ging es zur Saftpresse in Gotzing. Sepp Killy erklärte den Kindern die Obstpresse. Zuerst wollte keines der Kinder die „braune Brühe“ (= naturtrüber Apfelsaft) probieren. Als die erste Scheu überwunden war, konnte man sie kaum mehr bremsen, diesen frischen, süßen und leckeren Schlierseer Apfelsaft zu genießen. Insgesamt waren es am Ende 75 Liter Saft für die Schule und die Schlierseer Landküche.

Ein toller Ausflug für alle.

Die Äpfel, aus dem der Schlierseer Apfelsaft gepresst wurde, hingen an Bäumen im Schlierseer Dorfanger.

Aber was ist ein Dorfanger? Das ist ein meist grasbewachsener Dorfplatz für alle Bewohner der Gemeinde. In Schliersee ist das die Pfarrwiese neben der Sixtus-Kirche, wo schon vor etwa 30 Jahren die ersten Obstbäume gepflanzt wurden. Letztes Jahr kamen acht neue Apfelbäume hinzu, ausgesucht wurde die jahrhundertealte Sorte Goldparmäne. Seit diesem Frühjahr gibt es dort auch ein Beet mit Kartoffeln, Karotten, Zucchini, Erdbeeren, Kopfsalat und Kräutern. Ergänzt wurde das Beet durch Ringelblumen, Lupinien und Rosen, wie es in einem alten Bauerngarten üblich ist. Genutzt wird dieses Beet von der Schlierseer Landküche (www.magazin.schliersee.de/schlierseer-landkueche/). Frischer und regionaler geht es nicht – direkt vom Beet auf den Tisch. Gepflegt wird dieser Bauerngarten liebevoll von Marille Neu.

Sie haben selber Obstbäume im Garten?

Beim Gartenbauverein Schliersee gibt es immer wieder Baumschnittkurse. Hier können Sie die Schnittkunst der vergangenen Generationen lernen, um beste Ergebnisse zu erzielen.

Gartenbauverein Schliersee

www.gartenbauverein-schliersee.de

 

 

Und wenn Sie dann im Herbst auch Saft pressen wollen – der Kreisverband für Obst- und Gartenbau Miesbach betreibt in Gotzing eine Obstpressanlage. Sie ist im alten Feuerwehrhaus untergebracht (Safthäusl). Dort können die selbst mitgebrachten Äpfel und Birnen entsaftet werden. So bekommen Sie garantiert den Saft aus Ihrem eigenen Obst mit nach Hause. Auf Wunsch wird der Saft erhitzt und in Tetrapack abgefüllt. Anmeldung bei Sepp Killy (0174/52 83 890).

 

 

Judith Weber Judith Weber

Redakteurin/freie Mitarbeiterin bei “Das Gelbe Blatt Miesbach”, Webdesign und Fotografie – Freude an neuen Blickwinkeln mithilfe eines Quadrokopters. Reiselustig und heimatverliebt. Lieblingsplatzerl: Insel Wörth im Schliersee